Hier an dieser Stelle enden offiziell die Abenteuer in Brasilien. Mit dem Lokalbus zu 3 Reais haben wir unsere Reise nun nach Argentinien verlagert. Aber diesmal bin ich nicht illegal!!! Lustige Nummer, der Busfahrer meinte er wartet drei Minuten an beiden Grenzen, also brasilianische: rausspringen, rennen, stempel, rennen, wieder reinhüpfen. Weiter fahren und dann argentinische Grenze: rausspringen, rennen, stempel, rennen, wieder reinhüpfen. War nämlich dank unserem Abenteuer in Paraguay der letzte Bus des Tages ;-) Aber nun sind wir legale Gäste des wunderschönen Argentiniens.
Der Park in Argentinien ist nochmal deutlich grösser als der in Brasilien, wir sind mit allen Trails mit Sicherheit 12km dadurch gelaufen.
Einer der Trails führt wirklich tief in den Dschungel und zum Schluss klettert man nochmal 400 Meter in eine Schlucht und landet an einer wunderschönen Bucht, echt super, aber einen Weg kann man das nicht wirklich nennen, eher über Stock, Stein und Fels Pfad. Da sonst auch kein Mensch in der Nähe war freut man sich richtig über die Warnung vor Schlangen, vor allem weil es alleine bis zum Parkeingang weit mehr als 4km durch unwegsames Gelände ist. Wir haben von Lukas gelernt, dass man bei den meisten dort heimischen Giftschlangen eh nur noch ne halbe Stunde hat, also besser nochmal die Aussicht geniessen, zurück passt´s eh nicht mehr... Naja, darf man nicht so viel drüber nachdenken und wir wurden auch mit einer wirklich malerischen Bucht belohnt.
Es war ein wirklich toller Tag, das Wetter hat mitgespielt und die Aussicht war einfach gigantisch. Den Trail in die tiefen des Nationalparks haben wir in Rekordzeit zurückgelegt. Da nachmittags unser Bus nach Buenos Aires ging, konnten wir uns nicht die veranschlagten 2.5h für die (angeblich 6.4km, in Warheit wohl eher so 8km) nehmen, also sind wir in Bundeswehrmanier marschiert. Auch nett, sich mal ein bisschen auszupowern vor so ner langen Busfahrt. Dummerweise habe ich auf den letzten 1,5km nicht mehr richtig aufgepasst und mir richtig mies den Fuss vertreten.
Echt bös, hat mich voll hingehauen, weil ich das Loch im Boden in meinem Übermut nicht rechtzeitig gesehen habe. Dumm wenn man Wanderschuhe hat, die aber im Hostel stehen.... Ja, man kann es sich denken, diese letzten 1,5km zu humpeln waren wirklich nicht so der riesen Spass. Ein hoch auf das Adrenalin, dass den Schmerz verdeckt. Und wir hatten es ja immer noch eilig, denn wir mussten den Bus in die Stadt erwischen um nicht unseren Bus noch Buenos Aires zu verpassen. Kurzum, ich hab das Erlebnis lieber verdrängt.
Als wir wieder im Zentrum waren bin ich in die Apotheke und haben mir alles nötige für einen ordentlichen Salbenverband zugelegt während Ingo ins Hostel zurück ist und mein UND sein Gepäck zum Terminal zurückgeschleppt hat - Danke nochmal an dieser Stelle.
Manchmal sind 18h busfahren gar nicht mal schlecht, zumindest wenn man einen Fuss ruhig zu stellen hat ;-) Zum Arzt gehen kommt hier nicht in Frage, die sind mir ein bisschen zu schnell was das schneiden angeht (vor allem in Brasilien sieht man überall Leute mit amputierten Gliedmassen). Naja, Dank meiner langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Bänderdehnungen und Risse kann ich mich ganz gut selbst versorgen. Nur mit dem Trekken ist die nächsten Tage erstmal Schluss, sehr schade. Also auf nach Buenos Aires. Ich komme, wenn auch gehumpelt.
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