Ja, also, ich habe ja bereits ein paar weniger schoene Sachen ueber Caracas gehoert und bin wirklich froh, dass mich hier AIESECer in Empfang nehmen. Aber das es letztendlich so schwierig sein wuerde herzukommen, dass war mir wirklich nicht bewusst. Im Hostel wurde ich informiert, dass man 3h vor Abflug am Flughafen sein soll, einen Rat den ich beinahe gaenzlich ignoriert und dann zum Glueck doch noch beherzigt habe. Denn kaum stand ich am Ticketschalter von LAN Peru zerbrach meine kleine heile Welt auch schon in tausend Scherben. Denn neben meinem Ticket wollte die Dame eben auch meine Einladung aus Venezuela haben - Einladung?! Hmmm, denke ich mir, gar nicht dumm, frage ich eben einen der AIESECer ob sie mir schnell eine Email mit einer Einladung schicken koennen. Schade nur, dass diese Einladung von einem Familienangehoerigen sein muss...ja, wie ihr euch denken koennt habe ich einen gewissen Engpass an venezuelanischen Familienangehoerigen. Sonst kann sie mich leider nicht in den Flieger lassen!!!! Waaasssss?????? Schon durchaus ein bisschen nervoes (den schliesslich geht mein Flug nach Frankfurt nunmal von Caracas aus) frage ich die freundliche Dame, der das natuerlich auch alles furchtbar leid tut, ob es nicht auch eine andere Loesung gibt. Und, lucky me, die gibt's. Puh. Man braucht eine Hotelreservierung. Haeh?! Wie bitte, aber ich uebernachte doch bei Bekannten, kann ich nicht einfach deren Adresse angeben? Offensichtlich nicht. Also schickt die Dame mich in ein Internetcafe, ich reserviere ein Hotel in das ich nie gehen werde und komme zurueck zum Schalter. Und was dann, sie erzaehlt mir, ich soll doch bitte zur Krankenschwester gehen. Wie bitte???? Ja, das war der Moment indem ich aufgehoert habe vertrauen in meine Spanischkenntnisse zu haben, und die Dame von LAN gebeten habe, Englisch zu sprechen. Nicht dass das alsbald fuer mehr Klarheit gesorgt haette....nach einer Weile konnte ich jedoch herausfinden, dass sie nur eine Gelbfieberimpfbescheinigung brauchte. Na, Kleinigkeit, ich kann noch Cholara, Typhus, Tollwutt und Co drauflegen. Nach diesem ganzen Durcheinander war ich also mehr als froh, dass ich in den Flieger durfte - und das ich brav war und tatsaechlich 3h frueher am Flughafen war....
Also, schon alles mehr als merkwuerdig. Im Flughafen wurde ich dann von 2 AIESECern in Empfang genommen, die extra fast 4h gefahren sind. Krass, aber wirklich sehr nett. Mein erster Eindruck von Caracas ist auch mehr als positiv. Also dafuer, dass es die gefaerhlichste Stadt Suedamerikas, und die zweitgefaehrlichste Stadt der Welt (nur noch geschlagen von Bagdad, aber die haben mit dem Krieg ja auch einen unfairen Vorteil...) sein
soll, praesentiert sie sich mir mehr als gut. Ich wohne hier aber auch in einem sehr guten Viertel bei der Vorsitzenden von AIESEC in Venezuela, mitten auf einem Berg mit Blick runter auf die Stadt. Sehr huebsch. Generell ist mir uebrigens was recht interessantes aufgefallen: Ich glaube ich war noch nie in einer Stadt, die mich so sehr an die USA erinnert hat. Die Skyline, die Haeuser, die Kuehlschraenke, der Food Court in der Uni (inkl. Domino's Pizza und Co.), selbst die Bilder die hier im Haus stehen sehen eins zu eins aus wie die Kaminbilder in mittleren Westen. Wirklich krass, ob das wohl jemandem bewusst ist???
Und im naechsten Eintrag: Studentenproteste und mein Alltag in Caracas.



